Warum ausgerechnet Russland?

Urlaub sollte einmal anders werden. Weit ab vom westlichen Massentourismus. Nach Australien, Kanada oder Neuseeland kann jeder fahren, vorausgesetzt man hat das nötige Kleingeld dafür. Und allzu teuer sollte der Urlaub auch nicht werden. Ein bisschen Abenteurerlust war sicher auch mit dabei.
Inspiriert von Klaus Bednarz und seinen sehenswerten Reportagen vom Baikalsee, reifte der Entschluss zu diesem Urlaubsziel. Wir haben diese zwar nur bruchstückhaft im Fernsehen gesehen und waren trotzdem völlig begeistert.

Die Urlaubsplanung
beginnt mit dem Aussuchen des Zieles. Doch wohin wendet man mit sich mit einem so ausgefallenem Reiseziel? Der Baikalsee ist schließlich über 600km lang, so groß wie Belgien und verhältnismäßig dünn besiedelt. In Dresden war gerade Reisemesse. Wir mussten feststellen, dass mittlerweile alle Outdoor-Reiseanbieter den Baikalsee gelistet haben. Aber der Gruppendynamik unterwerfen wollten wir uns nicht. Was ein Reisebüro anbietet, kann man erfahrungsgemäß auch individuell machen! Ein exzellenter Russland-Kenner und Baikalurlauber von 1996 (!!!) - da durften Ausländer überhaupt erst hin und das Wort Tourismus kannte man dort noch nicht - ermunterte uns schließlich auch noch dazu.

Das Internet
bietet eine schier unerschöpfliche Flut an Informationen - auch für solche, noch nicht allzu üblichen Reiseziele. Wir haben via Email Kontakt zu einem russischen Guide vor Ort aufgenommen und er hat uns entsprechend unseren Wünschen und dem Zeitrahmen (ein wenig Gebirge, See und Strand sowie die sagenumwobene Insel Olchon) einen Tourvorschlag gemacht. Mangels Ortskenntnis haben wir uns dann weitestgehend daran gehalten und es war die richtige Entscheidung.

Der Urlaub
war das Erlebnis schlechthin. Freundliche, hilfsbereite Menschen und eine grandiose Natur mit unendlicher Weite. Klar gibt es auch am Baikalsee erhebliche Umweltsünden, aber diese wenigen Industriebetriebe ernähren die Leute dort.
Zu Hause jammert eine ganze Nation wie schlecht es Deutschland geht. Man muss nur mal über den Tellerrand schauen. Russland ist ein reiches Land und eine Weltmacht, aber es gibt Gegenden, die haben noch keinen Strom (oder gerade mal eine funzelige Lampe) und es gibt ganze Dörfer, da würde man in den Häusern hierzulande nicht einmal Heu einlagern. Das hat uns Nachdenklich gemacht und verändert das Bild von der eigenen Lebensweise.
Im allgemeinen kann man sagen, der Tourismus am südlichen Baikalsee ist da - überwiegend Russen. In manchen Gebieten (z.B: auf Olchon) beginnt er schon Ausmaße anzunehmen, die der Gegend auf Dauer sicher nicht gut tun.