Tag 2

Bummelzug-Bahnfahrt nach Sljudjanka

Gerade einmal 80 Kilometer Luftlinie entfernt liegt Sljudjanka am südlichen Ende des Baikalsees entfernt von Irkutsk. Wir dachten, das wäre bis zum Mittag zu schaffen (Abfahrt 9.15Uhr). Doch weit gefehlt. Der Zug war schon am Hauptbahnhof in Irkustsk voll - wir ahnten nicht, was noch kommen sollte. Es war Samstag und offensichtlich zieht es da alle Städter zum Beerensammeln in die Wildnis. Der Zug wurde bei jedem Halt (und davon gab es genügend) voller. Leute, die in Großstädten der DDR gewohnt haben, können sich vielleicht noch vage daran erinnern... Und der typisch russische Knoblauch dazu macht´s perfekt. Erst nach mehrstündiger Fahrt ergossen sich die Massen mit ihren Tornistern, Schüsseln und Eimern langsam wieder ins Freie. Halt auf offener Strecke, kein Bahndamm, einfach nichts. Zumindest konnten wir nach unseren Maßstäben nichts derartiges entdecken. Aussteigen bedeutet hier ein Sprung in 2 Meter Tiefe (wie kommen die da wohl wieder zurück?).
Die letzten Stunden konnten wir dann im fast leeren Zug genießen, der erst am Nachmittag die Stadt Sljudjanka am südwestlichen Zipfel des Baikalsees erreichte.

Bahnhof Sljudjanka

Der einzige Bahnhof der Welt, der komplett aus Mamor erbaut wurde. Der Steinbruch liegt nur wenige Kilometer entfernt und Mamor war dadurch der billigste Baustoff.

"Fernstraße" durch Sljudjanka, Dorfidylle trotz zahlreichem Verkehr

Tal der Sljudjanka

Endlich weg von der Zivilisation und Wanderung in Richtung Chamar-Daban-Gebirge.

Die erste Nacht im Freien. Wunderschöne Plätze zum Zelten, doch leider auch reichlich Müll.