Tag 3

Wandern im Chamar-Daban

Das Chaman-Daban-Gebirge ist ein mächtiger Gebirgszug am südlichen Ende des Baikalsees mit vielen Gipfeln über 2000m in völlig unbewohntem Gebiet. Es gibt unmarkierte Wanderrouten (bis zu 20 Tagen), aber ohne jedwede Infrastruktur. Die Wege auf denen wir unterwegs waren, sind überwiegend gut sichtbar gewesen und in Karten eingezeichnet, aber auf Grund des Maßstabes von 1:200.000 an Schlüsselstellen nicht immer ganz leicht zu finden. Zudem sind die in den Karten angegebenen Tagesetappen unserer Meinung nach auch ausgesprochen lang. Mag sein, dass Russen mit wesentlich weniger Komfort und damit zwangsläufig leichterem Gepäck unterwegs sind. Da man die Gebirgflüsse auch raften kann, haben uns etliche Kanuten mit Gummibooten auf den Rücken und Gumistiefeln in einer atemberaubenden Geschwindigkeit überholt. Wollten die noch am selben Tag zurück? Wir wissen es nicht, die Einsatzstellen sind jedoch laut Karte erst ab zwei Tagesmärschen ausschließlich zu Fuß erreichbar.
Unser Ziel war der gut zugängliche Pik Cherski, gerade einmal 17km Luftlinie vom Baikalsee entfernt, aber immerhin 2020m hoch.

Impressionen einer wunderschönen, unberührten Landschaft.

Anfangs noch ein Fahrweg wird der Weg entlang der Sljudjanka bereits am zweiten Tag ein unmarkierter aber gut sichtbarer Trampelpfad.

Völlig fertig nach vielen Höhenmetern und einer falsch eingeschätzen Entfernung taucht plötzlich eine Wetterstation auf. Eigentlich wollten wir nur fragen, wie weit es noch ist - aber zu der Einladung nach einem festen Quartier mit original russischer Banja konnten wir dann doch nicht nein sagen ...
Der Ehrlichkeit halber sei gesagt, wir haben auch erst einmal fragen müssen, wie so eine Banja funktioniert: Ganz einfach - eine Dampfsauna mit angeschlossener Waschküche für den Körper - einfach toll!

Eine recht einfache handgezimmerte Bretterbude mit einem "Bettenlager" aus Brettern zum Übernachten, die wir uns mit den dort arbeitenden Bauarbeitern geteilt haben.