Tag 7

Krugobaikalka

Der zuletzt fertig gestellte und teuerste Bauabschnitt der transsibirischen Eisenbahn war die Strecke entlang des Baikalsees, die "goldene Schnalle" der Transsib. Das fehlende Gleisstück wurde bis 1905 im Sommer mit zwei Fähren und im Winter mit Schlitten über das Eis überbrückt. Die Circum-Railway oder auf gut Deutsch "Rundreisebahn" wurde danach eingleisig und erst 1915 zweigleisig fertiggestellt. Eine Unzahl ingeniertechnischer Meisterleistungen gibt es entlang dieser urwüchsichen und steilen Küste. 1956 wurde in Irkustsk ein Staudamm in Betrieb genomen, der einen Teil der Strecke entlang der Angara unter sich begrub und eine neue Streckenführung über die Berge erfolgte. Das verbliebene Stück 84 Kilometer lange Stück entlang des Sees wurde stillgelegt ...

Ein Mitbringsel

aus den Bergen. Obwohl wir verhältnismäßig wenig von Mücken geplagt wurden, ist der dichte und in Seenähe feuchte Wald vom Vortag jedoch schmerzhaft sichtbar geworden. Selber Schuld - lange Hosen hätten´s verhindert (doch wegen der vielen Mücken war dafür keine Zeit)! Später sind uns Mücken nie so unangenehm aufgefallen.

... bis man in den neunziger Jahren die Trasse für den Tourismus wieder nutzbar machte. Die Gleise wurden nun in die Mitte der vielen Tunnel verlegt und es gibt einen "Linienverkehr" dreimal die Woche.

Die Frage:

"Auf Gleisen wandern - ist das denn schön?"

Ja, es ist! Man muss ja nicht die ganzen 80 Kilomter zu Fuss gehen, aber nach vier schwierigen Tagen Gebirge ist man froh, ohne Höhenunterschiede unterwegs zu sein. Teils geht der Weg neben den Gleisbett, teils darauf entlang. Nun muss man sich aber die Schwellen und das Gleisbett nicht wie hierzulande vorstellen, sondern so zugewachsen, dass der Weg damit fast eben ist.

Eines der wenigen, alten Dörfer entlang der Strecke, die beim Bau der Bahn entstanden.

38 Tunnel gibt es entlang der Strecke, der längste ist knapp 800 Meter lang.

Bedenken wegen durchfahrenden Zügen muss man nicht haben. Erstens kommen sehr selten welche, zweitens fahren diese sehr langsam und drittens wurden bei der Reaktivierung der Strecke die Gleise in die Mitte der früher zweigleisigen Tunnel gelegt.
Eine Taschenlampe hingegen sollte man im Gepäck haben.

Die Baikalbahn wird bei Reisen mit der Transsib als ein- oder zweitägiger "Abstecher" als einer der Höhepunkte beworben. Zu Recht, auch man auch die Strecke zu Fuss in der Natur viel intensiver erleben darf!