Tag 8

Mantanja -
der "Rumtreiber"

Genug auf den Gleisen gewandert! Nach ca. 20km zu Fuß soll heute der fahrplanmäßige Zug kommen.

Doch vor den nächsten 60km per Bahn genießen wir noch den herrlichen Morgen, auch mit Blick auf das andere Ufer.
Dort steht eine der Umweltsünden vom Baikalsee. Die berüchtigte Zellulosefabrik und Dreckschleuder von Vydrino ...

Der knapp einen Kilometer lange Tunnel war der letzte zu Fuß, ehe wir die Bahnstation Maritui erreichen. Ein paar aufgestapelte Schwellen zeugen einzig vom Bahnsteig...
Langsam finden sich auch andere Leute ein, die am Zug Einkaufen möchten - die einzige Möglichkeit entlang der Strecke.

"Bahnhof" Marituj

Matanja, der "Rumtreiber" wird der fahrplanmäßige Bummelzug genannt. Ein Einkaufs-, ein Schlaf- und zwei Güterwaggons zuckeln entlang des Sees. Ein- und Aussteigen kann man auch auf offener Strecke, schnell fährt der Zug eh nicht. Man muss sich nur rechtzeitig bemerkbar machen.

Voll ist der Zug wieder - aber das kennen wir ja bereits. Auch die Güterwagen sind belegt. Wir hätten ja auch auf der Lok mitfahren können...
Die rustikalen Waggons könnten noch aus Stalins Zeiten stammen, alt und irgendwie zusammengeflickt.

Einen schönen Fenster(steh)platz haben wir mit Blick auf die Seeseite trotzdem. 5 1/2 Stunden genießen wir die Bahnfahrt, die überwiegend einheimische Touristen in die entlegeneren Plätze entlang der Strecke bringt und holt. An einer Touristenbase steigen ein paar Deutsche aus (erkennbar an der Kleidung), sonst fahren ausschließlich Einheimische mit. Die Bahnfahrt entlang des Sees wird durch einige "Einkaufs"-Halts unterbrochen. Der längste dauert 45 Minuten und der Zug kommt daduch mit einigen Stunden Verspätung in Port Baikal an - doch das ist normal in Russland.

Unser Ziel ist der letzte Halt vor Port Baikal, um an der Strecke zu Zelten.