Tag 9

Über die Angara

Irgenwie müssen wir heute über die Angara kommen. Wie, wissen wir noch nicht. Gibt es eine Fähre, wen fragt man, ...
Aber nach wenigen Tagen Russland erkennt man, dass es für alles eine Lösung gibt.

Port Baikal

Die ehemalige Verladestation der Waggons auf Schiffe als es die "goldene Schnalle" noch nicht gab und hier Endstation der Transsib war.

Die verfallenen Hafenanlagen von Port Baikal - keiner benötigt sie mehr und so versinken sie Jahr für Jahr mitsamt der schrottreifen Schiffe mehr im See.

Wir irren am Ufer entlang ohne eine Fähre oder einen Hinweis darauf zu finden. Wir sind schon ziemlich ratlos, als wir Landsleute mit dem gleichen Problem treffen. Im Gegensatz zu uns, können diese jedoch perfekt russisch. Also wird gefragt: in dem uns empfohlenen Haus mit einem privatem Motorboot ist jedoch niemend. Am Ufer machen ein paar Fischer mit reichlich Wodka Pichnik. "Ob wir am anderen Ufer wohl ankommen - nein mit denen fahren wir nicht!" Naja, in unserer Lage wird dann doch gefragt. "Benzin ist leider alle" kam die ehrliche und bedauerende Antwort. Aber den Tipp mit der Fähre haben sie uns gegeben. Also suchen wir weiter finden und das rostige Boot auch. Leider fährt diese nur einmal am Tag einige Stunden später, was unseren Tagesplan durcheinander bringt - sei es drum, ist hier halt so!
Beim Warten auf die Fähre unterhalten wir uns mit den Deutschen, tauschen Erfahrungen aus und erhalten eine Kontaktadresse für die Insel Olchon (da waren sie schon).

Die Angara

1996 mussten Bekannte als eine der ersten Touristen diese Strecke noch rudern - nachts im Dunkeln!

Listwijanka

Japanische Touristen

Der Touristenort am Baikal schlechthin.

Auf der anderen Uferseite gelegen ist er der Ausgangsort vieler (oder fast aller?) Baikaltouren.

in Sibirien!!! Wir trauen unseren Augen nicht.
Der Ort - völlig überlaufen, wild zugebaut und laut. Zudem Wochenende war und Heerscharen Einheimischer die umliegenden Wälder zum Picknick überfüllten. Mit dem Auto wird so weit reingefahren, bis es beim besten Willen nicht mehr weitergeht. So haben wir uns Listwijanka nicht vorgestellt. Listwijanka ist von Irkutsk aus mit dem Auto auf einer Schnellstraße in zwei Stunden leicht zu erreichen.

Markttreiben

Viel Kitsch aber auch absolut super leckerer gegrillter Omul nach dem tagelangem Tütenessen.

Nach einem Kilometer verlassen wir schlagartig wieder die Zivilisation, die uns doch etwas geschockt hat und gehen einen der vielen unmarkierten Trampelpfade direkt am Ufer entlang. Verhältnismäßig gutes Kartenmaterial haben wir zwar, aber dieses hilft hier nicht wirklich weiter. Der See mit dem teilweise recht steilen Ufer gibt immer den Weg vor.
Nur selten begegnet man hier jemanden.

Natur pur!

Wir schlagen uns noch einige Kilometer hinter Listwijanka durch, bis wir einen schönen Zelplatz direkt am Ufer finden.

Da wir nicht die ersten hier sind, gibt es überall ein durchkommen - manchmal durchaus auch etwas abenteuerlich!

Unser Ziel, bis zum nächsten Dorf - geschweige denn bis zur nächsten Straße oder Schnellbootanlagestelle - zu kommen, begraben wir an diesem Abend. Wir beschließen auf Grund des schönen Platzes hier den einen Ruhetag einzulegen.
Wir wollen danach wieder zurück nach Listwijanka und anschließend nach Irkutsk fahren, denn die Insel Olchon ist nur über Irkutsk zu erreichen. Es sei denn, man chartetert ein privates Schiff oder ist viele Tage zu Fuß durch recht anspruchsvolles Gebiet unterwegs. Der Schnellboot-Linienverkehr von Listwijanka hält nicht auf der Insel, warum auch immer!