Tag 16

Chuschir

Wir haben beschlossen, uns heute, am vorletzten Tag auf Olchon, den Ort Chuschir und die nähere Umgebung anzusehen.

bei Nadeschda

... haben wir unsere Unterkunft (die halbe Haushälfte rechts) auf Olchon gefunden. Die linke Hütte ist die Banja.

der Ort Chuschir

einziger und größter Ort und "Hauptstadt" der Insel Olchon

Wasser

Wasser gibt es in allen Häusern nur in offenen Fässern. Wir haben uns gewundert, wie diese gefüllt werden. Nun haben wir es gesehen. Der Tankwagen pendelt zwischen See und Ort und füllt die Fässer durch die dafür vorgesehenen runden Löchern in den Bretterwänden, hinter denen die Fässer stehen.

Die "Hauptstraße" in Chuschir

Blick in Richtung "Inselinneres" und aufs Festland

Die Häuser ...

sind alle ausschließlich aus Holz in Blockbauweise errichtet. Bei dem Zustand mancher Häuser haben wir uns gefragt, wie die Bewohner über den nächsten Winter kommen.
Erstaunlicherweise dürfen die Bäume der Insel nicht als Feuer- oder Nutzholz verwendet werden, obwohl reichlich Wald vorhanden ist. Das muss alles vom Festland herantransportiert werden.

Früher gab es noch einen Flugplatz und regelmäßigen Flugverkehr nach Irkustsk, der aber wurde aus Geldmangel schon vor Jahren eingestellt.

Viel Sand und verhältnismäßig trockene Vegetation kennzeichnen die Binnenseite der Insel.

Am allergrößten Heiligtum der burjatischen Schamanen wurde unter Stalin aus ideologischen Gründen die Insel besiedelt. Und direkt in Sichtweite des Felsens der Ort Chuschir gegründet und eine eine Fischfabrik gebaut.
Vorher war die Insel weitgehend unbesiedelt.

Kap Burchan, der Schamanen-
felsen

Der Felsen sollte als Heiligtum eigentlich nicht und überhaupt nicht von Frauen betreten werden. Wir haben uns daran gehalten, waren da aber eher die Ausnahme.

Ferienhäuser

zeugen vom beginenden Massen- tourismus

Die Fischfabrik

Das einst florierende und einzige Unternehmen der Insel ist heute nur noch dem Verfall preisgegeben.

Jeder der Inselbewohner kämpft heute mehr oder weniger allein für sich und das Einkommen seiner Familie.

Am Nachmittag waren wir bei Nikita - einer Institution auf der Insel. Der erste und größte Reiseunternehmer ist alles auf der Insel: Tourismusbüro, Bank zum Geldwechsel (aus der Hosentasche!, auch Euro), Fahrradverleiher, Ausflugstourorganisator, "Telefonzelle" (das einzige Satellitentelefon der Insel), ...

So haben wir uns Fahrräder ausgeliehen und wollten noch mal auf die andere Inselseite. Auf Grund der fehlenden Orientierung in den Wäldern und der auf den ersten Blick zwar profesionell aussehenden, aber doch etwas betagten Fahrrädern haben wir das Vorhaben dann abbrechen müssen.
Für den nächsten und letzten Tag haben wir als krönenden Abschluss noch eine Bustour zum Nordkap der Insel (Kap Choboi) gebucht.

Und wieder geht ein Tag voller Erlebnisse mit einem wunderschönen Sonnenunter- gang zu Ende. Leider müssen wir schon langsam an das Ende des Urlaubes denken.