Tag 17

Ausflug zum "Nordkap"

Los gings morgens mit einem Allrad-Kleinbus zusammen mit zwei Russinen, vier Südkoreanern und unserer russisch, englisch und vor allem deutsch sprechenden, einheimischen Reiseleiterin sowie dem Fahrer.
Viele Hintergrundinformationen über die Insel, deren Zeiten in der Sowjetunion, die burjatischen Traditionen und Legenden über die Insel wären uns verborgen geblieben, hätten wir diese nicht in unserer Landessprache von so einer absolut kompeteten und freundlichen Begleitung erfahren, die alles immerhin in drei Sprachen erzählen musste.

Die "Straße" endet eigentlich gleich hinter Chuschir und danach geht es auf völlig ausgefahrenen Wegen querfeldein noch ca. 40km bis zur nördlichen Spitze der Insel weiter.

Der "drei-Brüder-Felsen"

Die Geschichte der ganzen Insel ist mit Schiksal und Repressalien verbunden. Als wir an einem ehemaligen Arbeitslager waren, fragten wir nach, ob es sich um eines von den berüchtigten "Gulags" handelte. Die Antwort erschüterte doch eher: Die ganze Insel war im Grunde genommen ein Gulag und die Besiedelung erfolgte ausschließlich unter Zwang. Hierher kamen auch Leute die als wohlhabend galten und zwangsenteignet wurden. Als Wohlhabend galt unter Stalin auch der Besitz von drei Kühen ...

Eindrücke von der Westseite der Insel

Übrigens - Baikalrobben haben wir nicht gesehen - die sind um diese Jahreszeit eher nördlich - wohl aber die Fallen und das Werkzeug zum Schlachten!

Kap Choboi - das "Nordkap"

Die Spitze der Insel ist zum Schluß nur noch zu Fuß erreichbar, Kap Coboi - ein imposanter Felsen - aber ist unzugäglich. Die Burjaten nennen Kap Choboi "der Zahn"

Traditionen

Etwas persönliches hinterlassen heißt: Hier ist es schön, ich komme wieder.

Die Legenden:

Oben: Die Legende sieht dort einen Frauenkörper im Fels. Es waren ein mal ein Mann, der einen Steinpalast besaß. Seine Frau ist neidisch und sagt, sie möchte auch so einen haben. Da meint der Mann, aber er gehöre doch uns beiden, wir sind doch verheiratet. Die Frau wollte aber einen noch größeren und schöneren. Zum Fest wünscht sie sich das von den Göttern. Da werden diese böse und verwandeln sie in Stein.

Rechts: "Das Liebesfenster". Wer hindurchschaut hat Glück in der Liebe und Kinder. Oder andere Variante: Durch das Fenster stürzen sich unglücklich Verliebte in den Baikalsee ....

Blick gen Süden der Insel und in die Tiefe des glasklaren Sees.

Ucha

Zur Halbzeit des Ausfluges gab es Fischsuppe über dem Feuer. Richtige Ucha ist es, wenn der Löffel fast drin stecken bleibt. Als Zutaten sind nur erlaubt: ganzer Fisch, Salz, Pfeffer und Wasser - absolut lecker!

Kultstätte

und unsere allwissende Reiseleitung.

Trotz Allrad auf unsere Hilfe angewiesen - russische Touristen kennen keine Grenzen, die die Befahrbarkeit eines Weges setzen können. Und das Wetter war dabei tagelang trocken!

Spiritueller Ort der burjatischer Schamanen. Die 60 Jahre unterdrückten und verloren geglaubten jahrtausende alten Traditionen erholen sich langsam wieder. Man sagt jedoch, die Kraft und der Glaube der Schamanen werde niemals wieder der werden, der es einmal war ...

Bilder - allerdings nicht von uns - der einheimischen burjatischen Bewohner und der heimisch gewordenen Russen. Die Grenzen der Mongolei sind nur ca. 200 Kilometer vom südlichen Ende des Baikals entfernt.

Die extensive Schafzucht in der Sowjetunion hätte für die Steppe auf Olchon fast den ökologischen Kollaps verursacht. Heute gibt es sehr viel weniger Schafe und Rinder und die Natur erholt sich davon wieder.

Der Ausflug endet erst am späten Nachmittag nach vielen Stunden voller neuer und unerwarteter Eindrücke und Erlebnisse.